Mandragora


Alraune (Mandragora officinarum) Allgemeines: Die Alraune (Mandragora officinarum) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Sie enthält Alkaloide, die Bewusstseinsveränderungen, Rauschzustände bis hin zu Delirien verursachen können. Ihre Blätter wachsen rosettenförmig flach am Boden, die Blüten sind kurzstielig, bläulich und süß duftend (bei einer anderen Spezies weißlich - gelb). Die Früchte sind gelb und kirschgroß.

Bedeutung: Dieses Kraut war einst eine Rarität, da es nur im Mittelmeerraum gedeihen konnte. Für ihre langen, fleischigen Wurzeln bezahlten Kunden einen hohen Preis. Wer betrügte, und falsche Ersatzwurzeln aus eigenen Landen unterschob (etwa die Zaunrübe), wurde streng bestraft (im 16. Jahrhundert wurden in Schaffhausen drei Gesellen aus diesem Grund gehängt).
Die Alraune galt als "Zauberpflanze", der alle möglichen magischen Eigenschaften angedichtet wurden: ein hochwirkendes Aphrodisiakum, empfängnisfördernd, Orakel gebend und Krankheiten aller Art abwehrend.
Mit dem Messer nachbearbeitete Wurzeln der Alraune wurden als Talisman (um böse Geister fernzuhalten) verwendet, nachdem sie in Seide und Samt gekleidet und an verschiedenen Tagen entweder in Öl, Wein oder Quellwasser gebadet wurden. Je mehr die Wurzel einem Menschenwesen ähnelte, desto wertvoller war sie.
Alraune Dass die Alraune zu ihrer Zeit als Zauberkraut nur selten gesehen oder gar geerntet wurde, kann man vor allem an den obskuren Geschichten über den Vorgang der Ausgrabung erkennen: Gerüchten zufolge müsse ein schwarzer Hund die Alraune aus dem Boden ziehen, nachdem man den oberirdischen Teil des Krautes an den Schwanz des Tieres gebunden hatte. Der Hund stirbt daraufhin, wird der Pflanze sozusagen geopfert, damit ihre magischen Energien von den Menschen eingesetzt werden können. Während die Alraune den Hund tötet, stößt sie einen für den Menschen höchst gefährlichen Schrei aus.
Andere Quellen besagen, die Alraune strahle nachts in rotem Licht und wachse aus dem Harn oder Samen eines Gehängten (daher auch ihre volkstümliche Bezeichnung "Galgenmännlein").

Auch Shakespeare war die narkotisierende Wirkung der Pflanze bekannt. In seinem Werk Antonius und Kleopatra nimmt die ägyptische Königin einen Trank (gemacht aus der Alraune), um die Abwesenheit von Antonius zu verschlafen:

"Gib mir Mandragora zu trinken
dass ich die Kluft der Lebenszeit verschlafe, wo mein Antonius fort ist."

Über die Entstehung der Alraune gibt es verschiedene Gerüchte, so heißt es in einer französischen Bibelinterpretation aus dem 18. Jahrhundert, die Alraune sei aus dem Samen Adams hervorgegangen:

"Als Adam lange Zeit von seiner Frau Eva getrennt war, spielte ihm die lange Enthaltsamkeit einen Streich. Er fantasierte ihre Anwesenheit so inbrünstig, dass aus seinem Samen, der durch ihre Liebesumarmung hervorquoll und auf den Boden spritzte, eine Pflanze entstand, die menschliche Gestalt annahm: der Caiumarath, die Mandragora."

Mandragora Mandragora aus FF: Das Mandragora (bzw. Küsschen) ist in fast allen FF - Teilen vertreten. Mit seinem Küsschentanz kann es zahlreiche Zustandsveränderungen bewirken. Es kommt meist als eine pflanzenartige Gestalt vor.

by Kaldea